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Depressive Erkrankung: Dr. Michael Petery erklärt, warum es wichtig ist, schon bei ersten Anzeichen einen Spezailisten aufzusuchen.

Depressionen- eine Volkskrankheit mit hohem Risikofaktor

Depressionen Foto © hikron Fotolia.com

Depressionen
müssen immer erst genommen werden

Ungefähr jeder sechste Mensch in Deutschland erkrankt in seinem Leben wenigstens einmal an einer Depression. Damit gehören Depressionen zu den häufigsten Erkrankzungen überhaupt und sind für ein Viertel aller gemeldeten Krankheitstage in Deutschland verantwortlich.

Depressionen gehören zu den psychischen Erkrankungen, die sehr ernst genommen werden müssen: denn eine Depression kann tödlich verlaufen. In Deutschland sind 2013 psychische Erkrankungen für vier Prozent aller Todesfälle verantwortlich gewesen, das sind 10 mal mehr, als es Tote im Straßenverkehr gegeben hat.

Was weithin nicht bekannt ist: Bei Depressionen handelt es sich um eine Krankheit, die sowohl körperliche wie auch psychische Ursachen und Auswirkungen hat. Im Stoffwechsel des Gehirns entstehen bei den Botenstoffen (Transmittern) Störungen, die verhindern, dass die vom Gehirn selbst produzierten „Glückshormone“ (wie Serotonin) wirken können. Wenn dieser Hirnstoffwechsel-Prozess einmal gestört ist, ist unbedingt eine ärztliche und psychotherapeutische Behandlung erforderlich, da sich die Krankheit unbehandelt immer weiter verschlimmern kann.

Anzeichen

Anzeichen für eine depressive Erkrankung sind folgende drei Hauptsymptome, wobei bereits zwei Hauptsymptome (zusammen mit weiteren Nebensymptomen) und eine ununterbrochene Dauer von 14 Tagen ausreichen, um die Krankheit festzustellen:

  • depressive Stimmung
  • Verlust von Interesse und Freude
  • erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome einer Depression können sein:

  • Stimmung: Gefühl innerer Leere, Gefühl der Gefühlslosigkeit; Gefühl von Sinnlosigkeit des Lebens, von Hoffnungslosigkeit; Gefühl der Minderwertigkeit; Gefühl der Hilflosigkeit
  • soziale Selbstisolation: weniger Kontakt zu Freunden und/oder Familie; Verlust des Interesses an der Umwelt
  • sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang); Überwiegen von negativen Gedanken
  • Reizbarkeit oder Ängstlichkeit
  • Schlafstörungen: insbesondere morgendliches Früherwachen (2 Stunden vor der normalen Zeit) und Morgentief
  • Müdigkeit, verringerte Konzentrationsfähigkeit, vermindertes sexuelles Interesse
  • Antriebshemmungen bis hin zur Unfähigkeit, die einfachsten Dinge des täglichen Lebens zu verrichten
  • innere Unruhe, Appetitlosigkeit, Veränderungen des Körpergewichts (Zunahme oder Abnahme);
  • Schmerzen in unterschiedlichsten Körperregionen, z.B. Druckgefühl auf der Brust
  • Selbstmordgedanken

WICHTIG: Bereits eines dieser Symptome sollte Anlass sein, ärztliche und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Insbesondere sind geäußeerte Selbstmordgedanken unbedingt ernst zu nehmen: Weitere Informationen finden Sie dazu unter diesem Link: Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?.

Da Depressionen den gesunden Hirnstoffwechsel grundlegend verändern, sind oft Medikamente notwendig, um die normale Steuerung der Botenstoffe („Glückshormone“) zu gewährleisten (z.B. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Deshalb ist bei Depressionen immer eine gründliche medizinische Untersuchung notwendig. Beste Behandlungsergebnisse sind durch eine gute Zusammenarbeit in der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung zu erreichen.

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Dr. hum.biol. Michael Petery

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.