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Eine Selbstmorddrohung ist immer ernst zu nehmen. Hier erfahren Sie, wie man am besten auf eine Selbstmorddrohung reagiert.

Selbstmorddrohung-
wie gehe ich damit um?

Selbstmorddrohung Foto © glisic_albina Fotolia.com

Selbstmorddrohung immer ernst nehmen

Selbstmorddrohung
Eine Selbstmorddrohung gehört in einer Partnerschaft zum Belastendsten, was geschehen kann. Das Schwierigste ist, dass niemand sicher weiß (und vielleicht nicht einmal der Partner, der die Drohung ausspricht), wie ernst diese Drohung gemeint ist und ob nach dieser Drohung tatsächlich der Selbstmord folgt oder nicht.

Gerade deswegen gilt:
Eine Selbstmorddrohung ist immer ernst zu nehmen.

Auch wenn es schwer fällt, sind berechtigte und wichtige Fragen wie „Will er/sie mich damit eigentlich nur erpressen?“ erst einmal in den Hintergrund zu stellen.

Selbstmord- Wer ist besonders gefährdet?

Eine besondere Gefährdung für Suizidalität liegt vor, wenn bereits folgende Umstände gegeben sind:

  • depressive Erkrankung
  • Missbrauch oder -abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Medikamenten
  • anderer Selbstmord im persönlichen Umfeld
  • vorangegangene Selbstmordankündigungen oder Selbstmordversuche

Selbstmorddrohung- die Phasen der Suizidalität

Der Psychiater Walter Pöldinger hat aufgezeigt, dass sich Suizidalität (die Neigung zum Selbstmord) in drei Phasen entwickelt.

1. Erwägungsphase
Es kommt der Gedanke an Suizid (Selbstmord) als Möglichkeit zur Problem- oder Konfliktlösung auf. Dabei können verschiedene Faktoren begünstigend hinzukommen, so etwa, wenn eigene Aggressionen nicht nach außen abgeführt werden können oder wenn im Umfeld bereits ein anderer Suizid stattgefunden hat.

2. Ambivalenzphase
In dieser Phase kommt es zu einem inneren Kampf zwischen dem Willen, sich umzubringen, und dem Willen, am Leben zu bleiben. In dieser Phase kann es zu direkten und indirekten Selbstmordankündigungen kommen.
Ein Beispiel für eine direkte Selbstmordankündigung: „Ich bringe mich jetzt bald um, wenn das so weitergeht.“
Ein Beispiel für eine indirekte Selbstmordankündigung: „Vielleicht bist du mich als Problem ja bald los…“

Etwa 80% aller Menschen, die Selbstmord begehen, kündigen mit solchen oder ähnlichen Sätzen (Andeutungen, Drohungen, Ankündigungen) ihre Tat an.
Psychologisch sind solche Äußerungen als Hilferufe zu interpretieren, die von der Seite des Überlebenswillens der betroffenen Person kommen.
Eine Selbstmorddrohung ist immer unbedingt ernst zu nehmen, auch dann, wenn sie vor allem dazu zu dienen scheint, den anderen Partner unter Druck setzen zu wollen („Wenn du dies oder das machst bzw. nicht machst, bringe ich mich um!“).

3. Entschlussphase
In der dritten Phase fällt der Entschluss zu sterben oder weiterzuleben. Der Betroffene wirkt jetzt ruhig und ausgeglichen („Ruhe vor dem Sturm“)- und genau darin liegt die Gefahr, die Situation von außen falsch einzuschätzen. Hier kann nur helfen, denjenigen, der von Selbstmord gesprochen hat, zu fragen, warum er sich jetzt nicht mehr umbringen, sondern weiterleben will. Wenn der Betroffene hier keine klaren Gründe angeben kann, steht die Tat möglicherweise unmittelbar bevor. Das gilt um so mehr, wenn der Betroffene scheinbar ganz ruhig und überlegt anfängt, finanzielle oder testamentarische Fragen zu regeln.

Selbstmorddrohung-
Regeln für den richtigen Umgang

Wie reagiere ich richtig, wenn ich vermute oder bemerke, dass mein Partner (oder ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt?
Dafür gibt es die folgenden Regeln:

1. Regel:
Eigene Scheu überwinden und das Thema aktiv ansprechen

Wenn ich mir unsicher bin, ob mein Partner (oder auch ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt, sollte ich derjenige sein, der das aktiv anspricht.
Es gilt vor allem, falsche Scheu zu überwinden. Die Vorstellung, ich könnte durch meine Nachfrage jemand anderen erst auf den Gedanken bringen, sich umzubringen, ist grundsätzlich falsch. Die Sprachlosigkeit ist die eigentliche Gefahr, nicht die Nachfrage.
Mögliche Fragen könnten sein: „Ich mache mir Sorgen um dich. Kann es sein, dass dich dein Lebensmut verlassen hat? Denkst du manchmal daran, dass es besser wäre, nicht mehr am Leben zu sein?“

2. Regel:
Abschätzung des Gefährdungsgrades

Wenn Selbstmordgedanken vorliegen, ist es wichtig zu erfahren, in welcher der drei oben erklärten Phasen der Betroffene steht. Hier könnten mögliche Fragen lauten: „Hast du eher allgemein das Gefühl, nicht mehr leben zu wollen oder ist das schon konkreter geworden? Hast du schon Ideen, wie du dich tatsächlich umbringen würdest? Was kann ich jetzt für dich tun?“

3. Regel:
Nicht abwarten, sondern Hilfe holen

Vorgehen bei Phase 1 (Erwägungsphase):
Grundsätzlich ist therapeutische Hilfe immer erforderlich, wenn ein Mensch, auch ohne konkreten Plan, an Selbstmord als eine Möglichkeit zur Problemlösung denkt. Deshalb ist es richtig, dass Sie Ihrem Partner anbieten: „Ich denke, das ist der Punkt, an dem wir die Hilfe eines Therapeuten benötigen. Deshalb werde ich für uns einen Termin ausmachen.“

Vorgehen bei Phase 2 (Ambivalenzphase) und Phase 3 (Entschlussphase):
Hier ist schnelle Hilfe notwendig.

Rufen Sie die Notrufnummer 110 an
(lieber einmal zu viel als zu wenig!).

Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bis ein Arzt oder Psychologe die Behandlung übernommen hat.
Wenn Ihr Partner mit Selbstmord droht, ist solche professionelle Hilfe absolut notwendig.

Wenn Sie in solcher Weise für Ihren Partner gesorgt haben, kann es sein, dass Ihnen auch selbst psychotherapeutische Unterstützung gut tun kann. Es ist auf jeden Fall Grund genug dafür da, dass Sie jetzt auch an sich selbst denken, um auch Ihre eigenen Belastungen durch die Selbstmorddrohung Ihres Partners verarbeiten zu können.

Auch wenn ich keine Notfallhilfe leisten kann (dafür ist Telefon 110 zuständig!): Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, die sich nicht auf einen direkten Notfall beziehen, freue ich mich, wenn Sie sich an mich wenden.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir eine Email.

Ihr Dr. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

oder rufen Sie mich an unter 03685/7124029.

Gerne berate ich Sie bei allen Fragen rund um das Thema Psychotherapie:

  • Angst (Versagensangst, Prüfungsangst, soziale Angst…)
  • Burnout, Erschöpfungszustände, berufliche Probleme
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Depression
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Dr. hum.biol. Michael Petery

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Depressionen- eine Volkskrankheit mit hohem Risikofaktor

Depressionen Foto © hikron Fotolia.com

Depressionen
müssen immer erst genommen werden

Ungefähr jeder sechste Mensch in Deutschland erkrankt in seinem Leben wenigstens einmal an einer Depression. Damit gehören Depressionen zu den häufigsten Erkrankzungen überhaupt und sind für ein Viertel aller gemeldeten Krankheitstage in Deutschland verantwortlich.

Depressionen gehören zu den psychischen Erkrankungen, die sehr ernst genommen werden müssen: denn eine Depression kann tödlich verlaufen. In Deutschland sind 2013 psychische Erkrankungen für vier Prozent aller Todesfälle verantwortlich gewesen, das sind 10 mal mehr, als es Tote im Straßenverkehr gegeben hat.

Was weithin nicht bekannt ist: Bei Depressionen handelt es sich um eine Krankheit, die sowohl körperliche wie auch psychische Ursachen und Auswirkungen hat. Im Stoffwechsel des Gehirns entstehen bei den Botenstoffen (Transmittern) Störungen, die verhindern, dass die vom Gehirn selbst produzierten „Glückshormone“ (wie Serotonin) wirken können. Wenn dieser Hirnstoffwechsel-Prozess einmal gestört ist, ist unbedingt eine ärztliche und psychotherapeutische Behandlung erforderlich, da sich die Krankheit unbehandelt immer weiter verschlimmern kann.

Anzeichen

Anzeichen für eine depressive Erkrankung sind folgende drei Hauptsymptome, wobei bereits zwei Hauptsymptome (zusammen mit weiteren Nebensymptomen) und eine ununterbrochene Dauer von 14 Tagen ausreichen, um die Krankheit festzustellen:

  • depressive Stimmung
  • Verlust von Interesse und Freude
  • erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome einer Depression können sein:

  • Stimmung: Gefühl innerer Leere, Gefühl der Gefühlslosigkeit; Gefühl von Sinnlosigkeit des Lebens, von Hoffnungslosigkeit; Gefühl der Minderwertigkeit; Gefühl der Hilflosigkeit
  • soziale Selbstisolation: weniger Kontakt zu Freunden und/oder Familie; Verlust des Interesses an der Umwelt
  • sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang); Überwiegen von negativen Gedanken
  • Reizbarkeit oder Ängstlichkeit
  • Schlafstörungen: insbesondere morgendliches Früherwachen (2 Stunden vor der normalen Zeit) und Morgentief
  • Müdigkeit, verringerte Konzentrationsfähigkeit, vermindertes sexuelles Interesse
  • Antriebshemmungen bis hin zur Unfähigkeit, die einfachsten Dinge des täglichen Lebens zu verrichten
  • innere Unruhe, Appetitlosigkeit, Veränderungen des Körpergewichts (Zunahme oder Abnahme);
  • Schmerzen in unterschiedlichsten Körperregionen, z.B. Druckgefühl auf der Brust
  • Selbstmordgedanken

WICHTIG: Bereits eines dieser Symptome sollte Anlass sein, ärztliche und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Insbesondere sind geäußeerte Selbstmordgedanken unbedingt ernst zu nehmen: Weitere Informationen finden Sie dazu unter diesem Link: Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?.

Da Depressionen den gesunden Hirnstoffwechsel grundlegend verändern, sind oft Medikamente notwendig, um die normale Steuerung der Botenstoffe („Glückshormone“) zu gewährleisten (z.B. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Deshalb ist bei Depressionen immer eine gründliche medizinische Untersuchung notwendig. Beste Behandlungsergebnisse sind durch eine gute Zusammenarbeit in der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung zu erreichen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir eine Email.

Ihr Dr. Michael Petery

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Dr. hum.biol. Michael Petery

Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.